Rednerpult als Lehrstück

Artikel vom 21. Februar 2012


In Thiersheim startet ein ungewöhnliches Projekt für drei Lehrlinge. Sie entwerfen und bauen ein nicht alltägliches Möbelstück für die Gemeinde.

Von Petra Geigner (Frankenpost)
Thiersheim Auf ungewöhnliche Weise kommt die Marktgemeinde Thiersheim zu einem neuen Rednerpult: Bürgermeister Bernd Hofmann hat ein Lehrlingsprojekt gestartet, im Rahmen dessen drei auszubildende Handwerker ein ebensolches entwerfen und umsetzen.

Die beiden Lehrbetriebe – die Schreinerei Wegmann und die Firma Metallbau Schmidkonz – sponsern das Unterfangen. Jetzt trafen sich die drei Projektteilnehmer mit ihren Lehrherren und Bürgermeister Bernd Hofmann zu einem ersten Gedankenaustausch.

„Für uns drei ist es das erste Mal, dass wir eigenständig etwas entwerfen und das auch noch umsetzen“, erzählt der 17-jährige Dustin Witschel, Metallbauerlehrling aus dem Arzberger Ortsteil Röthenbach. Seine Aufgabe und die seiner Mitstreiter, der Kirchenlamitzer Nicolai Hüttel und Daniel Lippert aus Lorenzreuth, beide 19 Jahre alt und angehende Schreiner, sei es zunächst, Überlegungen anzustellen, was optisch ansprechend wäre. Diese gestalterischen Ideen gelte es anschließend, mit der Umsetzbarkeit in Metall und Holz, der Kombinierbarkeit der beiden Materialien sowie der Zweckmäßigkeit des Pultes anzugleichen.

Bürgermeister Bernd Hofmann hat hinsichtlich des Designs keine Wünsche, sondern vertraut voll auf die Kreativität der drei Teilnehmer. Lediglich die Breite des Möbelstücks, auf dem ein geöffneter Ordner Platz haben soll, ist vorgegeben, und der obere Teil soll zur Verwendung auf Tischen abnehmbar sein.

Daran, dass die drei jungen Handwerker etwas Gutes zustande bringen, hat das Gemeindeoberhaupt keine Zweifel. „Ein Rednerpult ist wie ein Aushängeschild für eine Gemeinde, denn es findet immer dann Verwendung, wenn öffentlich gesprochen wird“, sagt Hofmann und verdeutlicht damit, dass sich die Lehrlinge hier einer verantwortungsvollen Aufgabe stellen. Das bisherige Pult sei „mehr als in die Jahre gekommen“, und deshalb freue er sich, dass im Rahmen dieses ersten Thiersheimer Lehrlingsprojektes ein Ersatz geschaffen werde.

Unabhängig davon sieht Hofmann darin eine Möglichkeit, darzustellen, dass es in Thiersheim leistungsfähige Handwerksbetriebe gebe. „Die Lehrlinge und damit auch ihre Ausbildungsbetriebe sollen ein Podium bekommen, zu zeigen, was sie können“, so Bürgermeister Hofmann.

Für Heinz Schmidkonz, Chef des gleichnamigen Metallbaubetriebes, und Thomas Wegmann und Alexander Krauß von der Schreinerei Wegmann sei es keine Frage gewesen, sich mit ihren Lehrlingen an dem Pilotprojekt zu beteiligen. Sie stellen nicht nur ihre Schützlinge ab, betreuen sie fachlich und investieren so ihre Zeit, sie spendieren auch das Material.

In etwa drei Monaten soll das Werk vollbracht sein. Dann wird sich zeigen, was aus den ersten groben Bleistiftzeichnungen, die Dustin, Nicolai und Daniel als Diskussionsgrundlage vorbereitet hatten, geworden ist.

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